An alle, die im Phantomkurs zweifeln
Warum Feinmotorik kein Talent ist, sondern Übungszeit.
Es gibt im Studium einen Moment, den fast alle kennen: Man sitzt am Phantomkopf, die Präparation sieht aus wie ein Krater, daneben liegt eine Arbeit, die aussieht wie aus dem Lehrbuch – und man denkt zum ersten Mal ernsthaft: Vielleicht kann ich das einfach nicht.
Was in diesem Moment wirklich passiert
Feinmotorik ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. Sie ist Übungszeit unter Aufsicht. Wer mit Modellbau, Instrumentenbau oder Handarbeit aufgewachsen ist, hat diese Zeit vorher investiert – nicht mehr Talent, nur einen Vorsprung.
Dieser Vorsprung ist nach zwei Semestern aufgebraucht.
Was hilft
- Weniger, dafür langsamer. Zehn saubere Minuten schlagen zwei hektische Stunden.
- Sich beim Arbeiten filmen. Der eigene Blickwinkel lügt.
- Früh um Feedback bitten, nicht erst, wenn die Arbeit fertig ist.
- Reden. Die Hälfte des Kurses hat dieselben Zweifel und schweigt.
Und danach
Im Beruf entscheidet sich überraschend wenig an der Hand und überraschend viel am Gespräch. Die Kolleginnen und Kollegen, bei denen ich gern in Behandlung wäre, waren selten die schnellsten im Kurs.
Falls du gerade an diesem Punkt bist: Schreib mir gern – Kontaktweg ergänzen.